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Intimhygiene für Sluts

  • Writer: OneBigYes
    OneBigYes
  • Jul 3
  • 3 min read

Updated: Jul 4

Eine Freundin von mir ist frisch verliebt und neulich tauchte sie kurz aus ihrer New-Relationship-Energy-Bubble auf um einen Kaffee mit mir zu trinken. Bei dieser Gelegenheit kamen wir dann aus gegebenem Anlass auf das Thema Blasenentzündung zu sprechen und ich habe in diesem Zusammenhang ein schönes neues Wort gelernt: honeymoon cystitis. Ich kenne es von mir selbst, dass ich gerade nach dem ersten Sex mit einem neuen Partner zu Infektionen neige - Blasenentzündung, Vaginose, Pilzinfektion. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Der Körper muss sich mit wechselnden Partnerpersonen immer wieder neu anpassen, denn jeder Mensch bringt eine eigene Bakterienflora mit.


Mich haben die ständigen Infektionen infolge meines slutty Lebenswandels irgendwann so sehr genervt, dass ich mich ein bisschen eingelesen und ein paar präventive Maßnahmen etabliert habe. Wobei die größte Hürde für mich ehrlich gesagt war, diese Hygienepraktiken dann auch tatsächlich einzufordern. Es fällt mir nach wie vor manchmal schwer, jemanden wiederholt zum Hände waschen zu schicken oder im Eifer des Gefechts daran zu erinnern, dass ein nahtloser Übergang von Analsex zu Vaginalsex einfach eine wirklich doofe Idee ist. Aber seitdem ich das Thema offensiver angehe, habe ich fast keine Probleme mehr mit Infektionen aller Art. Es lohnt sich!


Die Basics: Wie entstehen Blasenentzündung, Pilzinfektion & Vaginose beim Sex?

Blasenentzündung

Beim Sex können Darmbakterien (vor allem e.coli) durch Reibung oder unsaubere Finger/Genitalien/Toys in die Harnröhre gelangen. Anmerkung: Es gibt Impfstoffe, die Blasenentzündungen vorbeugen.

Pilzinfektion

Reibung, Sperma, Duschgele etc. können das Scheidenmilieu stören und der Hefepilz Candida vermehrt sich dann unkontrolliert.

Bakterielle Vaginose

Das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora kippt und die "schlechten" Bakterien übernehmen, z. B. durch Rumsauen mit Körperflüssigkeiten, Kontakt zu neuen PartnerInnen mit neuen Bakterien.


Vielleicht (hoffentlich) sind die folgenden Tipps für viele von euch schon längst common knowledge, aber vielleicht ist ja auch etwas Neues dabei. Hier kommt mein 6-Punkte-Präventionsprogramm - tada!


  1. Pinkeln

Ja, ich weiß. Das klingt wie ein Oma-Tipp, aber es funktioniert. Ich versuche immer nach dem Sex auf die Toilette zu gehen. Manchmal kann ich Pissen und Sex ja sogar nahtlos verbinden. Hot UND hygienisch! Je näher das Pinkeln zeitlich am Sex liegt, desto besser. Bakterien, die sonst in die Harnröhre wandern könnten, werden dann gleich wieder rausgespült.


  1. Basic Hygiene

Wenn's geht, bei penetrativem Sex Kondome benutzen. Nicht zwischen analer und vaginaler Action hin- und herwechseln (vaginal zu anal ist okay). Nach allem was mit Analsex zu tun hat: Kondom wechseln, Hände waschen und am besten einmal kurz untenrum abduschen bevor es wieder in Richtung Vulva geht.


  1. Handschuhe

Ich benutze zum Fisten und ausgiebigen Fingern einfache Einmalhandschuhe aus der Drogerie – und ja, auch auf Parties und in Paysex Settings bitte ich meine Mitmenschen mittlerweile darum, Handschuhe anzuziehen. Das ist für viele erstmal gewöhnungsbedürftig und manche Menschen fühlen sich sogar angegriffen ("Ich hab mir doch die Hände gewaschen! Sogar mit Seife!"). Aber selbst wenn die Hände gewaschen sind, so richtig steril sind sie halt nie. Außerdem finde ich schwarze Handschuhe hot und es flutscht besser.


  1. Gleitgel

Ich habe erst einen einzigen Mann kennengelernt, der wirklich zuverlässig immer genug Gleitgel benutzt. Er rührt es sich in großen Mengen zuhause an und bewahrt es im Kühlschrank auf (kein Scherz). Gleitgel macht einfach alles besser. The wetter, the better.


  1. Milchsäurezäpfchen

Ich benutze kurz vor Einsetzen meiner Periode und nach Bedarf - zum Beispiel nach einer Orgie oder wenn sich untenrum irgendwas komisch anfühlt - ein Milchsäurezäpfchen. Gibt’s in der Apotheke und ist leider nicht ganz billig, aber es gibt günstigere Großpackungen und die Investition lohnt sich.


  1. D-Mannose

D-Mannose ist ein natürlicher Zucker, der e.coli-Bakterien daran hindert, sich an der Blasenschleimhaut festzusetzen. Ich nehme Mannose ein wenn ich das Gefühl habe es bahnt sich eine Blasenentzündung an oder manchmal auch direkt nach dem Sex, einfach zur Sicherheit. Gibt's im Drogeriemarkt und kostet fast nichts.


Sex ist keine sterile Angelegenheit und es geht auch nicht darum, paranoid zu werden und sich das Rumsauen mit Körperflüssigkeiten zu verbieten. Aber ein Tag im Bett mit Krämpfen und Wärmflasche, zum Teil wochenlange Schmerzen, Brennen, Jucken und unangenehm riechender Ausfluss, Antibiotika und wiederkehrende Besuche bei der Notfallsprechstunde der Gynäkologin machen einfach keinen Spaß. Hygiene ist sexy!

 
 
 

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